Unterschiede im Entwicklungsstand von AMD und Intel erklärt anhand von 2 aktuellen Prozessoren

veröffentlicht am 14.12.2019

Nachdem Intel Jahrelang der Platzhirsch auf dem Prozessormarkt war und AMD in dieser Sparte ums überleben gekämpft hat, hat sich seit ein paar Jahren der Wind angefangen zu drehen.

Während Intel seit vielen Jahren im 14-Nanometerverfahren fertigt und damit in der Vergangenheit auch immer die schnellsten Prozessoren auf dem Markt hatte, konnte AMD mit den Ryzen-Prozessoren der ersten Generation (Zen-Architektur), welche ebenfalls im 14-Nanometerverfahren gefertigt wurden, im Jahr 2017 endlich wieder ein fast gleichwertiges Konkurrenzprodukt veröffentlichen. Die im Folgejahr von AMD veröffentlichten Prozessoren auf Basis von „Pinnacle Ridge“ (Zen+), wurden dann teilweise schon im 12-Nanometerverfahren gefertigt und waren Intel damit erstmals wieder ebenbürtig in der Leistung.

Der richtige Durchbruch gelang AMD dann mit der „Zen 2“-Architektur im Jahr 2019, die erstmalig auf das aktuelle 7-Nanometerverfahren aufsetzt. Intel fertigt heute zwar teilweise auch schon im 10-Nanometerverfahren (z.B. Intel Core i7-1068G7), sämtliche aktuellen (und auch im Jahr 2020 erwarteten) Desktop-Prozessoren werden allerdings immer noch im 14-Nanometerverfahren gefertigt. Dieses ist sowohl beim Energie- als auch beim Platzbedarf nicht mehr konkurrenzfähig mit dem von AMD verwendeten Fertigungsverfahren.

Denn neben der besseren Fertigungsdichte besitzt das Zen-2 Design nun auch noch eine höhere IPC (Instructions per Cycle, zu Deutsch: Befehle die pro Takt abgearbeitet werden können) als die aktuelle Intel Architektur, die in den letzten Jahren nur geringe Optimierungen erfahren und schon lange kein richtiges Neudesign erhalten hat.

Um den IPC Unterschied zu verdeutlichen, schauen wir uns den CPU Vergleich des AMD Ryzen 7 3800X mit dem Intel Core i9-9900K an: AMD Ryzen 7 3800X vs. Intel Core i9-9900K.

Der Intel Core i9-9900K besitzt einen Ein-Kern Takt bzw. Turbo Takt von 5,0 GHz, während der AMD Ryzen 7 3800X einen CPU Kern nur mit maximal 4,5 GHz takten kann. Trotzdem ist der AMD Prozessor Dank einer höheren IPC im Einkern und auch im Mehrkern Benchmark des Cinebench R20 gleich schnell wie das Intel Pendant.

Der AMD Ryzen 7 3800X unterstützt zudem bereits PCI-Express in der Version 4.0 die im Gegensatz zum im Intel Core i9-9900K integrierten PCI-Express 3.0 eine doppelt so schnelle Datenrate bietet.

Für mich einer der größten Punkte, der zurzeit zusätzlich für die Prozessoren aus der AMD-Schmiede spricht, ist der Preis. So liegt der AMD Ryzen 7 3800X mit ca. 365 EUR preislich zurzeit weit unter dem Intel Core i9-9900K der im Moment laut Preisvergleich bei ca. 520 EUR liegt.

Weitere News