Intel Core i9-13900 Benchmark eines Vorserienmodells

Veröffentlicht von Stefan am 15.06.2022, Letzte Aktualisierung:
Intels nun 13. Generation der Intel Core i Serie (Raptor Lake) steht kurz vor der Veröffentlichung und es sind von offizieller Seite schon viele Informationen bekannt. Diese Informationen umfassen z.B. die Anzahl der CPU-Kerne, die erwartete Leistungssteigerung und die Fertigungstechnik der neuen CPUs.

Diese Informationen wurden vom Hersteller SiSoftware (bekannt durch die Hardware-Test Software SiSoftware Sandra) nun um Benchmark-Ergebnisse des neuen Intel Core i9-13900 erweitert. Dazu hatte der Software-Hersteller sogar einen eignen Blog-Eintrag erstellt, den er (sehr wahrscheinlich auf Druck von Intel) bereits wieder entfernt hat. Die Screenshots der Benchmark-Ergebnisse des vermeintlichen Intel Core i9-13900 hatten wir uns aber zuvor bereits gespeichert und können diese nun hier veröffentlichen.

Die Fertigungstechnik bleibt bei den neuen Intel Core i Prozessoren gleich, soll aber leicht optimiert worden sein. Intel spricht hier vom Intel 7+ Verfahren. Intel 7 wurde letztes Jahr zunächst als 10 nm Verfahren vorgestellt, dann aber von Intel aufgrund der Vergleichbarkeit mit TSMCs 7 nm Fertigung in Intel 7 umbenannt wurde. TSMC ist Intels größter Mitbewerber in der Fertigung von modernen Chips und fertigt z.B. die aktuellen Apple oder AMD Prozessoren.

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© Intel, 2022


Die Kernanzahl bei Raptor Lake steigt


Zumindest für die Flaggschiffe der neuen Intel Core i Serie hat Intel in seiner Pressemitteilung selbst eine Erhöhung der CPU-Kerne genannt. Durch Verbesserungen in der Intel Fertigungstechnik "Intel 7" soll zudem das Übertaktungspotential erhöht worden sein. Das könnte auch auf leicht gestiegene Taktraten auch schon im Serienzustand hinweisen.

"Raptor Lake wird in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 ausgeliefert und wird im Vergleich zu Alder Lake eine bis zu zweistellige Leistungssteigerung aufweisen und mit verbesserten Übertaktungsfunktionen ausgestattet sein. Raptor Lake verfügt über bis zu 24 Kerne und 32 Threads und basiert auf dem Intel 7 Fertigungsverfahren mit leistungsstarker Hybridarchitektur. Raptor Lake wird Socket-kompatibel mit Alder Lake-Systemen sein."
Quelle: Intel Pressemitteilung


Technischen Daten: Intel Core i9-13900 vs Intel Core i9-12900


Intel Core i9-13900Intel Core i9-12900
CPU
CPU-Kerne / Threads24T 32T16C 24T
P-Kerne88
E-Kerne168
Basis Takt2,0 - 2,5 GHz *1,8 - 2,4 GHz
SC Turbo5,2 GHz *5,1 GHz
Speicher
Max. Speichermenge128 GB128 GB
SpeicherDDR5-5600DDR5-4800
Speicherbandbreite89,6 GB/s76,8 GB/s
Weitere Daten
Level 2 Cache32 MB14MB
Level 3 Cache36 MB30 MB
SockelLGA 1700LGA 1700
Fertigung10 nm (Intel 7+)10 nm (Intel 7)
* geschätzte Werte



Benchmark-Ergebnisse des Intel Core i9-13900


Die Benchmarkdurchläufe in SiSoftware Sandra sind teilweise sehr speziell und fallen unterschiedlich aus. Eine wirkliche Leistungseinschätzung anhand der Ergebnisse ist fast nicht möglich, vor allem weil ein so genanntes "Engineering Sample" vom Intel Core i9-13900 zum Einsatz kam.

Die Taktfrequenzen sowie kleinere Änderungen an den Cache-Timings usw. können das endgültige Ergebnis stark verändern. Da sich aber die E-Kerne von 8 auf 16 erhöhen, kann beim Top-Modell schon von einem Leistungsplus von mindestens 10 Prozent (eher 15 Prozent) ausgegangen werden. Die Leistungssteigerung dürfte dabei vor allem im Mehrkern-Bereich zweistellig vorhanden sein, bei Last auf nur einem Kern ist mit 5 bis 8 Prozent mehr Leistung zu rechnen.

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© SiSoftware, 2022


Deutlich mehr Cache


Ziemlich sicher ist, dass der Intel Core i9-13900 nun über 36 MB Level 3 Cache verfügen soll. Das sind 6 MB mehr als noch beim Intel Core i9-12900. Der Level 2 Cache der E-Kerne soll sich durch die von 8 auf 16 gesteigerte Kernanzahl glatt verdoppeln. Insgesamt stehen dem neuen Top-Modell damit 32 MB Level 2 Cache zur Seite.


Intels AVX-512 auch weiterhin kein Thema


Wie auch schon die Vorgängergeneration (Alder Lake) sollen auch die neuen Prozessoren der 13. Generation kein AVX-512 unterstützen. Das liegt daran, dass es sich bei dem Prozessor um einen hybriden Aufbau aus zwei verschiedenen Kernarchitekturen handelt. Während die größeren P-Kerne theoretisch AVX-512 unterstützen würden, können dies die kleinen E-Kerne, die aus Intels Atom Prozessoren stammen, nicht.

Bei Alder-Lake hatte Intel noch für Verwirrung gesorgt, da hier zum Release-Start AVX-512 aktiviert war. Das hat Intel dann später per Firmware-Update rückgängig gemacht und komplett deaktiviert. AVX-512 ist für die meisten privaten Nutzer allerdings unbedeutend.


Eine größere Leistungssteigerung kommt erst 2023 mit Meteor Lake


Interessant ist auch, dass Intel bisher die neuen Prozessoren in Form der 13. Generation der Intel Core i Serie überraschend kleinlaut vorgestellt hat. Hauptaugenmerk liegt bei Intel scheinbar schon auf der 14. Generation (Meteor Lake), die erstmals in Intels Intel 4 Fertigungsverfahren gefertigt wird, welches dann deutlich größere Leistungssteigerungen und auch eine bessere Effizienz mitbringt.

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© Intel, 2022


Immerhin könnte bereits in den jetzt kommenden Raptor Lake Prozessoren der so genannte DLVR (Digital Linear Voltage Regulator) verbaut sein. Dieser soll die benötigte CPU-Spannung reduzieren und so bis zu 20 Prozent an Energie einsparen. Es ist allerdings noch nicht bestätigt, ob der DLVR nur in den mobilen oder auch den Desktop-Prozessoren der 13. Generation verbaut ist. Das in Raptor Lake deutlich gesteigerte Übertaktungspotential könnte allerdings ein Hinweis darauf sein, dass auch die Desktop-Prozessoren schon mit dem neuen DLVR ausgestattet sind.


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