AMD Ryzen 7000 und Intel Core i 13 Gen bei knapp 6 GHz Takt

Veröffentlicht von Stefan am 29.08.2022, Letzte Aktualisierung:
Im September stellen sowohl AMD als auch Intel ihre neuen Desktop-Prozessoren für den Mainstream vor. So knapp wie in diesem Jahr scheint es lange nicht mehr gewesen zu sein, geleakte Benchmarks der neuen Spitzenmodelle von AMD und Intel deuten auf ein Kopf-an-Kopf Rennen hin.

Dieses Jahr ist sogar die 6 GHz Grenze fast in Reichweite. Mit einem guten Kühler und etwas Übertaktung dürfte es möglich sein die Grenze von 6 GHz zu erreichen. Aber auch schon im Serienzustand versuchen die Hersteller eine möglichst hohe Taktfrequenz zumindest auf einem Kern zu ermöglichen.

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© Intel, 2022

Veröffentlichung von AMD Ryzen 7000 und Intel Core i 13. Gen im Herbst


Während AMD die Ryzen 7000 Prozessoren am 29. August vorstellt (Verfügbarkeit am 15. September), wird bei Intel der 27. September (Veröffentlichung 17. Oktober) als Stichtag genannt. Höchstwahrscheinlich wird auch Apple seinen M2 Prozessor im Herbst (Oktober ?) um stärkere Modelle in Form des Apple M2 Pro und Apple M2 Max erweitern.


AMD Precision Boost 2 vs Intel Thermal Verlocity Boost


Auch dieses Jahr bekommen die neuen Intel Core i9 Prozessoren wieder mit der Unterstützung des Intel Thermal Velocity Boost. Dieser kann die maximale Taktfrequenz des Prozessors um bis zu 100 MHz (0,1 GHz) erhöhen, sofern die Temperatur des Prozessors unter 70°C liegt.

Der AMD Precision Boost 2 funktioniert ähnlich, wird aber von AMD im Gegensatz zu Intel anders vermarktet. Bei AMD spricht man hier von einer leichten Übertaktung, auf die auch keine Garantie gegeben wird. Wird der Prozessor unter PBO instabil, hat man also keinen triftigen Grund den Prozessor zurückzugeben.

Auch der AMD PBO 2 ist nicht ständig aktiv, sondern nur dann wenn diese Funktion im Bios des Mainboards aktiviert ist. Außerdem hängt die Nutzung des PBO 2 auch von der Prozessortemperatur, der Art der Auslastung und der Anzahl der aktiven CPU-Kerne ab.


Vergleich der Technischen Daten


AMD Ryzen 9 7950XIntel Core i9-13900K
ArchitekturRaphael (Zen 4)Raptor Lake S
Taktfrequenz (max.)5,7 GHz5,7 GHz
AMD PBO 2 /
Intel Thermal Velocity Boost
5,85 GHz5,8 GHz
CPU-Kerne1624 (8P + 16E)
Threads3232
Arbeitsspeicher (max.)DDR5-5200DDR5-5600
Level 2 Cache16 MB32 MB
Level 3 Cache64 MB36 MB
PCI-ExpressPCIe 5.0 x 20PCIe 5.0 x 20
FertigungTSMC 5 nmIntel 7 / 10 nm



CPU-Architektur und Kernaufbau


Während Intel bei der 13. Generation der Intel Core i Serie (Raptor Lake) also wieder auf den von Alder Lake bekannten big.LITTLE Aufbau aus starken P-Kernen und energiesparenden E-Kernen setzt, kommen bei AMD gleich große CPU-Kerne zum Einsatz. Gerüchte sprechen davon, dass AMD mit der Ryzen 8000 Serie im Jahr 2023 auch auf einen hybriden Kernaufbau wechselt.

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© AMD, 2022

Konkurrenzdruck nimmt zu


Der zunehmende Konkurrenzdruck nimmt dabei immer mehr zu. Das zwingt die Hersteller dazu die Verbesserungen der Fertigungstechnologie zumindest im Desktop-Bereich voll in die Leistung fließen zu lassen, dem Energieverbrauch kommen die jüngsten Verbesserungen kaum zu Gute. Das sieht man auch am im Juni 2022 vorgestellten Apple M2 Prozessor. Dieser verfügt zwar über eine höhere Leistung als der Apple M1, der Energieverbrauch ist aber sogar höher als beim Vorgänger.


Energieverbrauch der CPUs spielt kaum eine Rolle


Bei den Desktop-Prozessoren hatte AMD beim Energieverbrauch bisher die Nase vorn. Intel hatte sich zu lange in veralteten Fertigungsprozessoren verstrickt, während AMD auf die moderne TSMC-Fertigung in 7 nm zurückgreifen konnte. Trotzdem hatte es Intel in den letzten Jahren mit der Brechstange geschafft bei der Leistung nicht zu weit zurück zu fallen und konnte mit der 12. Generation der Intel Core i Serie "Alder Lake" durch einen hybriden Aufbau sogar wieder die technologische Führung übernehmen.

Trotzdem verbrauchen die aktuellen Intel Prozessoren eine ordentliche Menge an Energie. Nun scheint es so als ob auch AMD bei den aktuellen Ryzen 7000 Desktop-Prozessoren gezwungen ist, weniger auf den Energieverbrauch und mehr auf die Leistung zu schauen. Mit dem im diesen Jahr eingeführten AM5-Sockel ist dies auch einfach möglich: statt 105 Watt (AMD Ryzen 9 5950X) kommt das neue Spitzenmodell, der AMD Ryzen 9 7950X nun mit einer TDP von 170 Watt. Kurzfristig darf das neue Spitzenmodell sogar bis zu 230 Watt verbrauchen. Die maximale Energieaufnahme des AMD Ryzen 9 5950X lag bei 142 Watt.

Bei Intel steht dieses Jahr der Intel Core i9-13900K an der Spitze. Seine TDP liegt bei 125 Watt, diese spielt bei Intel aber kaum noch eine Rolle. In der Realität nehmen die CPUs deutlich mehr Energie auf, so lange es die Temperatur des Prozessors zulässt. Die kurzfristige Energieaufnahme (PL2) des Intel Core i9-13900K liegt wie beim Vorgänger bei 241 Watt und damit nur etwas über dem Maximum des AMD Ryzen 9 7950X.

Intel hatte letztes Jahr mit der Veröffentlichung des Intel Core i9-12900KS aber schon demonstriert, dass der Sockel LGA1700 sogar Prozessoren mit einer TDP von bis zu 150 Watt (241 Watt PL2) aufnehmen kann.


Bisher bekannte Modelle


Eine bei Twitter geleakte SKU-Liste soll alle zur Veröffentlichung verfügbaren Intel Prozessoren zeigen:


AMD wird voraussichtlich mit einer deutlich kleineren Anzahl an Prozessoren starten:Hinweis: Bitte denkt daran, dass die hier genannten Werte und technischen Daten noch nicht bestätigt wurden und sich diese noch leicht verändern können.


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